Kurios: Zweitligist Vorsfelde spielt um DM

23 July 2020

„Überraschend“: Die Zweitliga-Faustballer des MTV dürfen in diesem Sommer in der 1. Bundesliga ran.

Finn Strigan und der MTV Vorsfelde dürfen in diesem Sommer in der 1. Liga starten – und könnten als Zweitligist theoretisch sogar deutscher Meister werden.                                               <b>Darius Simka</b>                                              regios24

Finn Strigan und der MTV Vorsfelde dürfen in diesem Sommer in der 1. Liga starten – und könnten als Zweitligist theoretisch sogar deutscher Meister werden. 

Vorsfelde Dreimal sind die Faustballer des MTV Vorsfelde in den vergangenen Jahren, teilweise hauchdünn, am Aufstieg in die 1. Bundesliga Nord gescheitert, so auch in der vergangenen Sommersaison. Doch die Corona-Pandemie hat auch hier alles durcheinander gewirbelt. Und so haben die Eberstädter, eigentlich weiterhin Zweitligist, plötzlich die Möglichkeit, sogar nach der deutschen Meisterschaft zu greifen...

„Das kam für uns sehr überraschend“, sagt Trainer Frank Kuwert-Behrenz über die Anfrage des nationalen Faustball-Verbands. Der Hintergrund ist folgender: Im vergangenen Sommer hatte der MTV den Aufstieg einmal mehr nur sehr knapp verpasst. Am Relegations-Spieltag in Leichlingen musste Vorsfelde nur aufgrund des schlechteren Satzverhältnisses dem gastgebenden TV sowie der Berliner TS den Vortritt lassen – und schaute erneut in die Röhre.

Doch aufgrund von Corona verzichtet Erstliga-Aufsteiger Leichlingen in diesem Sommer auf einen Start in der Freiluftsaison. Im DFBL-Präsidium beratschlagte man sich, wie mit der Absage zu verfahren sei – und kam auf die Idee, die Vorsfelder für die in Turnierform ausgerichtete 1. Liga dazu zu holen. „Wir mussten überhaupt nicht lange überlegen, diese Chance wahrzunehmen“, so Kuwert-Behrenz. „Das ist schon etwas Besonderes für uns, auch wenn es eine kuriose Situation ist.“ Dabei wird der Ausflug ins Oberhaus eine vorläufige Ausnahme bleiben, denn sportlich sind in diesem Sommer keine Qualifikationen zu erringen. Die Tabelle aus der Sommersaison 2019 wurde eingefroren, im kommenden Jahr wartet wieder die 2. Liga Nord.

Doch zunächst einmal ist die Vorfreude groß, zum ersten Mal nach sieben Jahren wieder im Oberhaus antreten zu dürfen. Am 1. August (12 Uhr) wird es in Berlin beim gastgebenden VfK ernst: Die Vorsfelder spielen in Gruppe A der zweigeteilten Nordstaffel um die Qualifikation für eine Zwischenrunde. Dafür müssen sie einen von drei Gegnern hinter sich lassen. Das sind Gastgeber VfK, die Berliner TS oder TK Hannover. Kurios: Wird Hannover Letzter, würde die Zwischenrunde sogar noch nach Vorsfelde wandern; die Ausrichter werden so gewählt, dass die Anreise für die weiteren Teams kurz gehalten werden.

Am 15. August (12 Uhr) geht es – möglicherweise Im Eichholz – jedenfalls darum, einen von zwei Plätzen zu ergattern, die für die DM-Endrunde in Kellinghusen mit dem Gastgeber und drei Südstaffel-Vertretern berechtigen. Dort geht es dann am 5. und 6. September darum, den deutschen Corona-Meister im Faustball zu küren – der theoretisch sogar der eigentliche Zweitligist Vorsfelde sein könnte...

Sonderlich realistisch, so gibt Kuwert-Behrenz zu, ist das nicht: „Für uns wäre das Erreichen der 2. Runde schon ein Erfolg.“ Das hält er aber in diesem kuriosen Jahr für durchaus möglich: „Man weiß nicht, wie komplett die Teams antreten, es kann durchaus Überraschungen geben.“ Beim MTV könnte mit Gian Rudolph ein Schlüsselspieler fehlen, einen weiteren mussten die Eberstädter mit Leon Riederer zu TK Hannover ziehen lassen.

Neben dem Ausflug ins Oberhaus nimmt Vorsfelde regulär an der 2. Liga Nord teil. Dort wird ebenfalls im Turniermodus mit zwei Gruppen gespielt. In Wangersen sind am 29. August (ab 12 Uhr) der Gastgeber, der SV Düdenbüttel und der SV Armstorf die Gegner. Für die besten zwei Teams jeder Vorrunde geht’s um die Zweitliga-Meisterschaft, die anderen spielen um die Plätze 4 bis 7. Die Austragungsorte für den 12. September (ab 12 Uhr) sind noch offen, werden ebenfalls so vergeben, dass die Fahrtzeiten für alle möglichst kurz sind.

Einen Beitrag aus:

WN, 23.07.2020, S. 26.

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Dieter Biniek
faustball@mtv-vorsfelde.de