Demenzgruppe startet nach langer Corona-Pause

7 August 2020

MTV Vorsfelde

Barbara Benstem

Wolfsburg Es ist eine der Zielgruppen, die unter den Corona-Beschränkungen, der Kontaktsperre und dem ruhenden Sportbetrieb mit am meisten zu leiden hatte. Die Gruppe der Demenz-Patienten und ihre Angehörigen. Einen großen Lichtblick gibt es da jetzt beim MTV-Vorsfelde: Am 31. August nimmt die Demenz-Sportgruppe im Mehrgenerationenhaus am Hansaplatz wieder ihre Arbeit auf.

„Wir haben versucht, in den zurückliegenden Monaten so gut es ging, Kontakt zu den Angehörigen zu halten. Es ist ja auch für sie eine immense Belastung. Wir haben gemerkt, dass etliche da an ihre Grenzen und darüber hinaus gekommen sind“, schildert Trainerin Sabine Mikolajek.

Die MTV-Demenzgruppe ist so angelegt, dass nicht nur die Betroffenen selbst sondern auch die Familien, Ehepartner, Bezugspersonen davon profitieren. Einmal pro Woche, immer montags um 11 Uhr, trifft man sich unter der Leitung von ausgebildetem Fachpersonal im Mehrgenerationenhaus am Hansaplatz. Während die Trainerinnen Sabine Mikolajek und Petra Bercht, unterstützt von weiteren ehrenamtlichen Helferinnen mit den Patienten Beweglichkeits-, Koordinations-, mentale und physische Übungsreihen durchführen, können die Angehörigen Besorgungen machen oder sich im Mehrgenerationenhaus zu einem Kaffee zusammensetzen.

Voraussetzung für die Teilnahme ist eine ärztliche Verordnung. Allerdings können Neueinsteiger auch bis zu dreimal zum Schnuppertraining kommen, bevor sie sich der Gruppe endgültig anschließen.

Die MTV-Gruppe ist die erste ihrer Art in der Umgebung, der Ansatz geht ausdrücklich in die Richtung von Bewegung und Aktion. Merkfähigkeit, Koordination und Alltagsgeschehen, so die medizinische Erkenntnis, die dahinter steht, können maßgeblich gefördert werden. „Die Ausprägungen der Erkrankung sind ja ganz unterschiedlich. Der eine kann noch selbst sicher gehen und stehen, der andere ist dazu nicht mehr in der Lage. Wir holen die Betroffenen da ab, wo sie mit ihren Fähigkeiten jeweils sind“, unterstreicht Trainerin Mikolajek.

Jetzt steht das Team vor der Aufgabe, die Übungseinheiten im Rahmen aller Corona-Regeln umzusetzen. Das heißt auch mit den geltenden Abstandsregeln. „Das ist natürlich eine Herausforderung, gerade Nähe, Zuwendung, körperlicher Kontakt sind ja wichtige Punkte in dieser Sporttherapie“, sagt Trainerin Mikolajek. „Wir haben aber keine andere Wahl, wir müssen es umsetzen und unbedingt wieder starten. Die Gruppe ist zu wichtig für die Patienten und ihre Angehörigen.“

Neueinsteiger sollen einfach am 31. August kommen, vorherige Anmeldung ist nicht nötig. Die Sportstunde geht über etwa 60 Minuten. Bequeme Kleidung tragen.

Danach ist für das Betreuerinnenteam Desinfektion von Stühlen und Sportgeräten angesagt. Denn das gehört in der Corona-Zeit zum Prozedere bei allen Sport- und Fitnesskursen.

 

Wolfsburger Nachrichten| Seite 12.

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