Hartfiel hat im Handball-Krimi das letzte Wort

9 September 2019

Vorsfeldes Rückraumschütze trifft 15 Sekunden vor dem Ende zum 26:25.

VorsfeldeDank eines Kraftakts in Halbzeit 2 haben die Handballer des MTV Vorsfelde die HSG Schaumburg-Nord niederringen können. Die Eberstädter erkämpften sich einen 26:25 (11:14)-Heimerfolg zum Oberliga-Start.

Einen so deutlichen Auftaktsieg wie in der Vorsaison hatte beim MTV niemand erwartet. Vor ziemlich genau einem Jahr eröffnete Vorsfelde ebenfalls gegen Schaumburg-Nord seine Spielzeit. Endstand damals: 36:26. Schon zur Pause lag der MTV mit neun Toren Vorsprung vorne. Davon waren die Vorsfelder diesmal weit entfernt. Trainer Daniel Heimann erklärte: "Wir wussten, dass dieser Auftakt kein Spaziergang werden würde. Die HSG hat zuletzt gute Ergebnisse eingefahren." Für den MTV-Coach stand der Sieg über allem, das Wie war erstmal nebensächlich. "Unser Wunsch war es, gut in die Saison zu kommen. Wir sind überglücklich, dass es zu zwei Punkten gereicht hat", sagte Heimann.

Dabei waren die 60 Minuten gegen Schaumburg-Nord Schwerstarbeit für seine Spieler. Gerade im ersten Durchgang stockte es noch beim MTV. "Wir haben in der ersten Hälfte nicht das gespielt, was wir spielen können", erklärte Heimann. "Die HSG war gut eingestellt." Die Gäste legten sofort vor, führten 1:0, 4:2, 8:6, 11:8 und zur Pause 14:11. Vorsfelde ließ sich nie abschütteln, hielt stets den Kontakt, doch Vorteile hatten die Schaumburger. Beim MTV überzeugte nur einer ausnahmslos: Torhüter Timon Wilken. "Timon hat einige Hundertprozenter gehalten, wichtige Impulse gegeben", lobte Heimann. So blieben die Hausherren im Spiel.

Im zweiten Durchgang schalteten die Eberstädter einen Gang höher - vor allem defensiv. "Wir haben es in Hälfte 2 über die Abwehrarbeit geregelt", sagte Heimann. Noch bis in die 38. Minute hielt die HSG die Drei-Tore-Führung, dann gelang dem MTV ein 3:0-Lauf. Vorsfelde glich zum 18:18 aus. In der 45. Minute gingen die Gastgeber zum ersten Mal überhaupt in Führung (20:19). In dieser Phase kassierte Vorsfelde nur zwei Gegentreffer innerhalb von zehn Minuten. "Wir haben bemerkenswert gut verteidigt", betonte der MTV-Trainer.

Doch Schaumburg brach nicht ein, wie es andere Teams vielleicht getan hätten. In der 50. Minute waren wieder die Gäste vorne (22:21), der MTV in Unterzahl. Dann kam der Auftritt von Vorsfeldes Toptorschütze Lars Hoffmann: Innerhalb von 59 Sekunden drehte der Außen die Partie, stellte auf 23:22 - sein Team war noch immer zu sechst. "Das waren superwichtige Tore", sagte Heimann. Aber erneut antwortete Schaumburg. In der 56. Minute trafen die Gäste zur 25:24-Führung. Zu dem Zeitpunkt spielte der MTV zu fünft: Yannik Schilling und Thorben Günther hatten Zeitstrafen bekommen. Schilling kam kurz darauf zurück und glich zum 25:25 (58.). Für die Erlösung 15 Sekunden vor Schluss sorgte Bert Hartfiel. Dabei war der Sieg eher ein Bonus für die Vorsfelder. "Wir hatten in der Auszeit kurz vor Spielende besprochen, dass wir zunächst das Remis sichern wollen", verriet Heimann. "Dass wir solche Spiele aber gewinnen, macht die Mannschaft aus." Der Coach erklärte: "Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen. Das war ein echter Krimi."

MTV: Wilken, Krüger - Schwarz (2), Kühlbauch (2), Tangermann, J. Thiele, Herda (2), Hartfiel (7), Bock, Bangemann, Günther, M. Thiele, Schilling (3), Hoffmann (10).

Einen Beitrag aus:

Wolfsburger Nachrichten vom 09.09.2019, Seite 31.

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