SSV und MTV nachts in der Halle

9 July 2020

Vorsfelde: Fußballer und Handballer verstehen sich

vorsfelde. Ein Ort, zwei Vereine – und eine Menge Spaß: Mit dem MTV und dem SSV gibt es in Vorsfelde zwei Anlaufstellen für Sportler – Konkurrenzgedanke kommt dabei zumindest bei den MTV-Handballern und den SSV-Fußballern aber nicht auf. Im Gegenteil.

Spontan trafen sich MTVer und SSVer kürzlich in der Halle, in der die Handballer trainieren – es wurde Fußball-Darts gespielt. „Es gibt schon seit zwei, drei Jahren einen Stammtisch. Die Handballer haben ihren eigenen Raum in der Halle, wir sind dort öfter mal vorbeigekommen. Irgendwann haben wir dann angefangen, Darts zu spielen“, erklärt SSV-Kapitän Michel Haberecht. Mittlerweile unterstützen sich beide Teams gegenseitig: Die Handballer schauen öfter bei den Landesliga-Spielen der Fußballer zu, umgekehrt sind die SSVer immer wieder bei Oberliga-Spielen des MTV auf der Tribüne zu finden. „Wir haben zehn Dauerkarten, der MTV auch“, so Haberecht.

Nach den jeweiligen Trainings am Freitag kam dann spontan die Einladung. „Wir haben ein Bild von der Fußball-Dart-Scheibe geschickt bekommen, da sind wir noch in die Halle gefahren“, sagt Haberecht. Dort wartete die Scheibe mit sechs Metern Durchmesser. „Ein Riesenteil, da erschreckt man sich erstmal, wenn man in die Halle kommt“, sagt John Michael vom MTV. Der Handballer weiter: „Unser Spartenleiter Michael Schwoerke hat die Scheibe gemietet. Das war eine Überraschung von ihm.“

So stieg das Duell zwischen Handballern und Fußballern aus verschiedenen Teams der jeweiligen Vereine in der MTV-Halle. „Auf die Abstände haben wir geachtet“, so Michael. Gespielt wurde Sechs gegen Sechs – bis tief in die Nacht. Die Scheibe war mit Klett versehen, um zu sehen, wo die Bälle landen – „und die Fußballer haben sich nicht lumpen lassen“, so Michael. Trotz der Niederlage betont er: „Es hat Spaß gemacht!“ Das fand auch Haberecht, der hinzufügt: „Es war ein bisschen ein Kindheitstraum, nachts allein in der Sporthalle zu sein.“

Das gute Miteinander ist beiden Seiten dabei wichtig. „Es ist selten, dass Handballer und Fußballer so gut miteinander können“, freut sich Haberecht. Michael freut sich ebenfalls: „Die Leute merken, dass es ein gutes Verhältnis zwischen den Vereinen gibt. Es hat vor ein paar Jahren langsam angefangen, wird nun immer besser angenommen.“ Sobald der Spielbetrieb wieder durchstarten kann dürfte es daher keine Seltenheit sein, SSV-Fußballer beim Anfeuern in der Halle zu treffen – oder eben auch MTV-Handballer auf der Tribüne des Drömlingstadions. yps

 

WAZ 09.07.2020 S.28 Sport

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