Dem MTV fehlen die Wasserflächen

17 December 2019

Barbara Benstem

Vorsfelde Die DLRG versucht, mit einer Petition gegen das landesweite Bädersterben den Bundestag zu erreichen. Auch in dieser Region haben die Lebensretter wie berichtet Alarm geschlagen: Immer weniger Wasserflächen stünden zur Verfügung, um Nichtschwimmern das sichere Schwimmen beizubringen.

In Wolfsburg haben Vereine und DLRG gleichfalls immer mehr Probleme, die gewaltige Anfrage nach Schwimmkursen zu bewältigen. Wie berichtet, hatte jetzt die DLRG Vorsfelde vermeldet, dass sie keine Wartelisten mehr aufmache, es habe keinen Sinn, der Ansturm sei zu groß.

Nahezu zeitgleich wurde die Streichliste bekannt, die ein externes Unternehmen jetzt Verwaltung und Politik vorstellte. Demnach könne beispielsweise, so die Prüfer der städtischen Ausgaben, das Heiligendorfer Lehrschwimmbecken geschlossen werden. Das fünf Jahrzehnte alte, 16 Meter mal 8 Meter große Becken wird von Kitas und Schulen, aber auch gern von Seniorengruppen genutzt. Die Wassertemperatur liegt bei bis zu 30 Grad, was besonders ideal für Wassergymnastik und Aqua-Fitness ist.

Der MTV Vorsfelde nutzt das Heiligendorfer Bad mit einer Aqua-Sportgruppe. Lutz Hilsberg vom Vereinsvorstand: „Die zwei Stunden wöchentlich fallen da nicht so sehr ins Gewicht. Allerdings wüssten wir nicht, wo wir die Teilnehmer im Falle einer Badschließung unterbringen sollten. Das Badeland ist restlos ausgebucht. Und Schwimmzeiten, die man dort abgibt, bekommt man nie im Leben wieder, die Wartelisten sind bei allen Kursen und Altersklassen lang.“ An die 30 Stunden ist der MTV wöchentlich im Badeland.

Ein Vierteljahr und länger seien die Wartezeiten für Schwimmkurse – für den MTV besonders misslich, weil sich Wolfsburgs bislang immer noch größter Verein als Familien-Sportverein sieht.

Hilsberg: „Unser Motto ist, dass du dein Leben mit Bewegung und Sport im Babyschwimmkursus beginnst. Dann geht es weiter zum Kleinkinderturnen, später zur Leichtathletik, zum Judo, Fußball und so weiter und dann zum Seniorensport. Wenn wir, und so geht es uns jetzt bei den Aqua-Sportarten, Wartezeiten und Unterbrechungen haben, funktioniert das alles nicht mehr so. Der Lebenslauf im Vereinssport ist unterbrochen, die Leute hören mitunter ganz auf. Das ist sehr schade, weil wir Vereine doch gerade dafür da sind, den Menschen bei der Gesundheitsförderung Angebote zu machen.“

In jedem Fall sei der Mangel an Wasserflächen ein ernst zu nehmendes Problem, warnt der MTV-Vorstandschef. „Schwimmen können ist eine Lebensversicherung. Jeder Mensch sollte die Möglichkeit erhalten, es zu erlernen.“

Zurück zum Heiligendorfer Bad: Könnte ein Verein, möglicherweise in Kooperation mit anderen Vereinen, das Bad übernehmen? Hilsberg dazu: „Prinzipiell schon, und das geschieht ja auch schon an anderen Orten. Allerdings ist das Schwimmbecken viel zu klein, als dass es sich beispielsweise die vier großen Wolfsburger Vereine teilen könnten. Und es liegt zu weit ab und ist mit dem ÖPNV nur umständlich zu erreichen. Das hat keinen Sinn.“

Die wachsende Stadt Wolfsburg, daraus macht der MTV-Chef keinen Hehl, brauche ein zusätzliches Schwimmbecken.

„So wie es vor der Krise im Stadthaushalt geplant war, müsste es ans Badeland angebaut und auch für den Nichtschwimmerunterricht ausgelegt werden“, unterstreicht Hilsberg.

Im Badeland gibt es ein 50-Meter-Sportbecken nur für Schwimmer, dessen 1250 Quadratmeter restlos ausgebucht sind. Das Nichtschwimmerbecken hat 116 Quadratmeter Wasserfläche.

 

WN 14.12.19 

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Kontakt zur Sparte

Tanja Blohm
schwimmen@mtv-vorsfelde.de