Geschäftsleute, Ehrenamtliche und Arbeiter ziehen Corona-Fazit

17 September 2020

WOLFSBURG.  In Wolfsburg waren die Corona-Sorgen vielfältig. Wir haben in der Stadt nachgefragt: Wie waren die vergangenen Monate für Sie?

Die Schutzmaßnahmen anlässlich der Corona-Pandemie waren unumgänglich. Aber sie brachten für viele Menschen Veränderungen und vor allem Sorgen.

 

Vorsfelde

Schweren Herzens musste der MTV Vorsfelde, als der Lockdown kam, die Pforten für den Trainingsbetrieb schließen. Trainerin Daniela Kluge und ihre Mitstreiter sannen aber sogleich darauf, wie sie mit ihren Schützlingen Kontakt halten und sie einigermaßen fit halten konnten. Online-Training wurde gestartet, Mitmach-
Videos aufgezeichnet oder sich per Zoom in die Wohnzimmer der Trainingsgruppenmitglieder geschaltet. Ein halbes Jahr später sieht es so aus: „Alle Fitnesskurse sind wieder am Start“, schildert Daniela Kluge, zuständig fürs MTVaction, dem Studio für die Jüngeren, für Ballett und Fitness. „Wir haben die Kurse auf 50 Minuten gekürzt, um zwischendurch genug Zeit zum Lüften und Desinfizieren zu haben. Außerdem ist es wichtig, die Abstandsregelung in den Fluren zu gewährleisten. Generell sind alle froh, dass wir Schritte zurück zur Normalität machen. Zwischen den einzelnen Trainingszeitblöcken laufen wir Trainer mit Putzeimer und Lappen über die Fläche, desinfizieren, reinigen und lüften die Trainingsfläche für die nachfolgenden Mitglieder.“ Trainerin Kluge zur weiteren Zukunft: „Wir warten hier im MTV-Center schon sehnsüchtig auf die Eröffnung unseres neuen functional Raumes, der uns dann auch die Möglichkeit gibt, zu den Stoßzeiten mehr Sportler ins MTV-Center zu lassen.“ Die Sehnsucht der Leute nach Bewegung und Sport sei groß. „Auch unser Schülerfitness-Studio MTV-action freut sich über rege Besuche der Schüler. Hier gelten natürlich dieselben Regelungen. Es ist schön mit anzusehen, wie konsequent sich die jungen Fitness-Sportler beim Eintritt ins MTV-action brav die Hände desinfizieren, wie sie es wahrscheinlich im Schulalltag gelernt haben“, so das Lob der Studioleiterin. Die ganzen neuen Regeln gingen natürlich mit einem höheren Arbeits- und Kostenaufwand einher, so Daniela Kluge zum Mehraufwand. „Trotz allem merken wir am Feedback unserer treuen Mitglieder, dass sie mehr als froh sind, hier wieder ein Stück Normalität leben zu können. Natürlich gibt es auch hier den einen oder anderen, der sich schwertut mit den neuen Vorgaben und Regelungen. Wir als Team sind auf jeden Fall hoch motiviert hier alles voranzubringen und freuen uns über jede weitere Lockerung, die den Betrieb erleichtert.“ 

 

Vorsfelde

Sabine Mikolajek leitet die Demenz-Gruppe des MTV im Mehrgenerationenhaus am Hansaplatz: Die Gruppe musste
coronabedingt ein halbes Jahr pausieren und ist Ende August wieder gestartet. „Vor allem sind die Angehörigen froh, dass es wieder los ging und ein kleines Stück Normalität zurück ist. Sieben von zwölf Teilnehmern sind wieder dabei, im vergangenen halben Jahr ist ein Teilnehmer leider verstorben. Mit Hilfe unserer ehrenamtlichen Helfer können wir sehr gut mit der Gruppe arbeiten – unter Corona-Regeln. Die Hygienevorschriften und neuen Regeln können gut eingehalten und umgesetzt werden, durch die Helfer, den großen Raum und die Möglichkeit, die Außenanlage zu nutzen. Singen ist im Raum ja nicht erlaubt, daher gehen wir dafür auf den Balkon, was die vorbeikommenden Spaziergänger sehr erfreut“, schildert Trainerin Mikolajek. Zum Thema Gesundheitssport/Herzsport berichtet sie: „Alle vier Herzsport-Kurse sind wieder am Start, mit reduzierter Teilnehmerzahl. Wir haben die Gruppen zum Teil in gerade und ungerade Woche eingeteilt. Manche der Herzsportler möchten den Weg ins MTV-Center immer noch nicht antreten. Für diese Gruppe bieten wir weiterhin unsere Zoom-Kurse an, mit deren Hilfe wir dann weiter online mit ihnen trainieren. Das ist eben immer noch eine gute Weise, Kontakt zu halten und Übungsangebote zu machen. Für alle anderen bieten wir im Center wieder alle Funktions- und Rehasport-Kurse an. Die mussten wir zeitlich etwas kürzen, weil wir Kursleiter uns um die Lüftung und Desinfektion aller Kleingeräte kümmern müssen. Trotz der großen Auflagen und Regeln sind unsere Sportler doch alles in allem sehr froh, dass es ein Stück Normalität gibt, Trainingsmöglichkeiten und die Chance, Kontakt zu halten.“

Ausschnitt aus Wolfsburger Nachrichten, Seite 11, 16.09.2020

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