Rumpel beerbt Henze im SSB Wolfsburg

14 July 2020

Der ehemalige Grizzlys-Finanzgeschäftsführer gibt ein Comeback auf der Sportfunktionärsbühne.

Peter Henze hörte nach 20 Jahren beim SSB auf. Archiv

Christian Buchler

Wolfsburg Ein Wechsel an prominenter Stelle des Stadtsportbunds (SSB) Wolfsburg erfolgte am Sonntag anlässlich des Stadtsporttages in der Sporthalle am Fallersleber Windmühlenberg. Peter Henze vom TV Jahn Wolfsburg stellte sich nach 20-jähriger Amtszeit nicht mehr zur Wahl zum Geschäftsführer und stellvertretenden Vorsitzenden. Zu seinem Nachfolger wurde der frühere Finanzgeschäftsführer des Eishockey-Erstligisten Grizzlys Wolfsburg, Bernd Rumpel (VfL Wolfsburg e. V.), gewählt. Der war Ende der 1990er-Jahre auch schon mal Präsidiumsmitglied des VfL.

„Es gab“, erklärt Rumpel seine Beweggründe, „interessierte Sportvertreter in der Stadt, die mich gefragt haben. Da habe ich dann zugesagt.“ In der nächsten Woche werde der SSB-Vorstand in neuer Besetzung noch einmal vor dem Urlaub zusammenkommen. Als große Aufgabe der nahen Zukunft hat Rumpel Folgendes ausgemacht: „Angeheizt durch Corona wird es einen Riesenverteilungswettkampf um die Fördergelder geben.“

In dem will Rumpel den SSB als Dachorganisation der 111 Sportvereine sowie der 13 Stadtfachverbände in Wolfsburg mit mehr als 42.200 Mitgliedern (Stand Januar 2019) richtig in Stellung bringen helfen. Seit seiner Gründung im Jahr 1976 setzt sich der SSB für seine Mitglieder gegenüber der Politik der Stadt Wolfsburg und dem Landes-Sport-Bund ein, wie er auf seiner Homepage selbst schreibt.

Henzes Abschied ist der erste von zwei kurz aufeinanderfolgenden Schritten zur Verjüngung des SSB-Vorstandes. Vorsitzende Ursula Sandvoß (MTV Vorsfelde) hält an ihrem bereits im vergangenen Jahr angekündigten Abschied in 2021 fest. Gut denkbar, dass der dann eingearbeitete Rumpel den Vorsitz von der 77-Jährigen übernimmt. Sandvoß schätzt an Rumpel: „Er hat Erfahrung, weiß, wie er mit Vereinen umgehen muss.“

Auch Henze ist froh, in Rumpel einen „guten Nachfolger“ gefunden zu haben. „20 Jahre im Amt sind genug. Ich habe viel Zeit in den SSB investiert, nun möchte ich ein bisschen freier sein“, erklärt Henze seinen Rückzug. Auch als Vorsitzender des TV Jahn hört er noch in diesem Jahr auf. „Ich hatte mich 2019 nur noch für ein Jahr wiederwählen lassen“, sagt der 77-Jährige. Während der Delegiertenversammlung des TV Jahn am 1. September soll dann sein Nachfolger gewählt werden. Das Amt, berichtet Henze, soll Frank Schirmer übernehmen, der im Moment noch Abteilungsleiter der TVJ-Schwimmer ist.

Hoffentlich bekommt Henze dort bei der Versammlung einen würdigeren Abschied als beim Stadtsporttag, der wegen Corona laut Sandvoß so klein wie möglich gehalten werden sollte. Nicht einmal ein Vertreter des Sportausschusses kam, um Henze zu verabschieden. Stattdessen kündigte Sandvoß eine kleine Feierstunde im engsten Kreis an. Bei der Gelegenheit werde auch SSB-Mitarbeiterin Christa Kuske in den Ruhestand verabschiedet. Deren halbe Stelle übernehme die bisherige andere Halbtagskraft, Anna Wittrin.

Im SSB-Amt bestätigt wurde am Sonntag Nicolas Heidtke (VfB Fallersleben). Er ist weiter der für die Finanzen zuständige stellvertretende Vorsitzende. In seinem Finanzbericht konnte er den Delegierten mitteilen, „dass 2019 alles wie geplant gelaufen ist“.

Allerdings stehe von 2020 an erstmals kein „Abschmelzbetrag“ mehr zur Ausschüttung zur Verfügung. „In den vergangenen Jahren hatten wir als SSB immer eine bestimmte Menge an Rücklagen bilden können. Dieses Geld mussten wir an die Vereine ausschütten, um weiter Fördergelder bekommen zu können. Schließlich darf der SSB keinen Gewinn machen. Von 2020 an müssen wir nun eine Null schreiben“, sagt Heidtke. Vorerst gebe es deshalb keine Zusatzausschüttungen mehr. Sollte aber am Jahresende Geld übrig sein, werde dieses verteilt.

 

WN 14.07.2020 S.25

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