Fachvortrag: Bewegung in der Jugend gegen Demenz im Alter

6 October 2016

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Leider hat sich in diesem Zeitungsartikel der Fehlerteufel eingeschlichen: Dieser Vortrag findet statt am 03. Nov. 2016  um 18:00 Uhr im MTV-action

Infos unter: 05363-71346

 

 

Der Neurologe Carl Reimers spricht über Prävention.

 

Von Eva Hieber

 

Wer gerne Sport macht, braucht keinen zusätzlichen Ansporn. Für alle anderen könnte das, was Carl Reimers zu sagen hat, den entscheidenden Anstoß geben. Denn wer sich regelmäßig bewegt, sagt Reimers, kann nicht nur Fettleibigkeit und Diabetes vorbeugen. Er kann sogar den zwei häufigsten Arten von Demenz vorbeugen.

Gut, vorbeugen ist relativ - schließlich spielt die Genetik auch eine Rolle bei Alzheimer und vaskulärer Demenz. Aber Professor Dr. Carl D. Reimers muss es wissen, denn er ist Chefarzt der Neurologie an der Paracelsus Klinik in Bremen und spezialisiert unter anderem auf Sportneurologie. Am 3. November ist er mit einem Vortrag zum Thema "Bedeutung körperlicher Aktivität für die Demenz" beim MTV Vorsfelde zu Gast.

"Die Risikofaktoren, die zu Alzheimer und vaskulärer Demenz führen können, sind etwa zu hoher Blutdruck, Diabetes, ein zu hohes Körpergewicht und ein schlechter Fettstoffwechsel", erläutert Reimers vorab zum Thema seines Vortrags. "Das lässt sich durch Bewegung leicht optimieren. Aber es gibt auch subtile Effekte auf molekularer Ebene, durch die Bewegung einer Demenz vorbeugen kann. Sinn macht das vor allem, wenn man früh damit anfängt - also am besten vor dem 40. Geburtstag. Wer bereits an Demenz erkrankt ist, bei dem sind die positiven Auswirkungen begrenzt." Bewegung gehört zu einem gesunden Lebenswandel dazu, soviel ist bekannt. Doch in verschiedenen Tierversuchen, so Reimers, sei außerdem festgestellt worden, dass durch körperliche Aktivität das Nervwachstum stimuliert wird. Das Hirn wird besser durchblutet, so regeniert sich das Gewebe besser. "Das Hirn schrumpft mit dem Alter, ebenso wie die Muskeln im Körper", erläutert Reimers, "doch wer aktiv bleibt, kann den Verlust gering halten. Eine Maus, die in einem Laufrad läuft, kann sich danach in einem Labyrinth besser zurechtfinden, als eine Maus ohne Möglichkeit zur Bewegung. Das haben Experimente gezeigt."

Sie müssen sich aber nicht gleich ein Laufrad zulegen, um Demenz-Prävention zu betreiben: Es reicht schon aus, zur Arbeit und zum Einkaufen zu laufen anstatt mit dem Auto zu fahren "Wer jeden Tag fünf Kilometer zur Arbeit hin- und wieder zurückläuft, erreicht bereits etwa 75 Prozent des Auslastungspotenzials", erklärt Reimers. Welches Maß an Aktivität für Sie optimal ist und wie genau Bewegung im Hirn für Veränderungen sorgt, erläutert Reimers beim MTV Vorsfelde: Der Vortrag richtet sich vor allem an 20 bis 40-Jährige, doch auch alle anderen Interessierten sind willkommen.

: Fachvortrag "Bedeutung körperlicher Aktivität für die Demenz" von Prof. Dr. med. C.D. Reimers : 3. November, 18.15 Uhr : MTV-action : frei

"Wer täglich fünf Kilo-

meter zur Arbeit läuft, erreicht 75 Prozent

des Auslastungs-

potenzials."

Dr. Carl Reimers, Chefarzt der Neurologie an der Paracelsus Klinik Bremen

Wer mit dem Rad zur Arbeit fährt oder läuft, tut nicht nur etwas für seine Figur - er kann damit auch einer Demenz vorbeugen. Foto: Tobias Hase/dpa

 

Wolfsburger Nachrichten, 06.10.2016

 

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