Ein ruhiger Rückhalt im Tor des MTV Vorsfelde

3 February 2014

Ein ruhiger Rückhalt im Tor des MTV Vorsfelde

Vorsfelde Meike Jeremias spielt für den MTV Vorsfelde gleich in drei Mannschaften Handball. Nebenher studiert sie noch.

Von Iris Antelmann

Handball- A-Jugendspielerin Meike Jeremias – hier im blauen T-Shirt – mischt auch bei den Damen in der Landesliga mit.
Handball- A-Jugendspielerin Meike Jeremias – hier im blauen T-Shirt – mischt auch bei den Damen in der Landesliga mit.
Foto: Regios24/Joachim Mottl

 

 

Erfrischend, diese Art. Die 18-Jährige ist so gar nicht prätentiös, stattdessen authentisch und unaufgeregt. Ein bisschen, sagt Meike Jeremias über sich, ein bisschen verrückt sei sie schon. Und Nein sagen, das liege ihr gar nicht. Die Folge dieser sympathischen Eigenschaften: eine anspruchsvolle Dreifachbelastung.

„Zu viel ist mir das nicht, ich kann ganz gut planen und bekomme alles unter einen Hut.“
Handball-Talent Meike Jeremias über ihren vollen Terminkalender.

Meike ist Handballerin des MTV Vorsfelde. Sie ist Torfrau, hat also die Aufgabe, ihrem Team Rückhalt zu geben und den Kasten sauber zu halten. Vom Alter her darf die 18-Jährige, die als C-Jugendliche vom TSV Bahrdorf zum MTV kam, die laufende Saison noch bei der weiblichen A-Jugend spielen. Der Aufgabe genug, schließlich stehen in der Landesliga Süd 18 Spieltage an. Weil Meike aber ein bisschen verrückt ist, schlecht Nein sagen kann, zudem bestechend gute Leistungen zeigt und ihren Sport liebt, steht sie regelmäßig auch beim ersten und zweiten Damenteam im Aufgebot.

In der Regionsliga kam sie bereits fünf Mal zum Einsatz, in der Landesliga Braunschweig sieben Mal. Im ersten Team kommt aus dem Nachwuchsbereich nur noch Annamaria Viapiano (17) zum Einsatz.

Udo Falkenroth, Coach der ersten Damen, ist sehr angetan vom Talent der 18-Jährigen: „Sie übernimmt schon Verantwortung, ist eine Torfrau ohne Angst. Und sie ist sehr trainingsfleißig.“ Wohl wahr, bis zu sechs Stunden die Woche schuftet sie beim MTV. Und das, obwohl sie Agrarwissenschaft im ersten Semester in Göttingen studiert. „Zu viel ist mir das nicht, ich kann ganz gut planen und bekomme alles unter einen Hut.“ Ein echtes Organisationstalent.

Und so sieht ihr Trainingsplan aus: dienstags erste und zweite Damen, donnerstags im Wechsel A-Jugend und erste Damen, freitags im Wechsel A-Jugend und erste Damen. „Montags beim Training der A-Jugend fehle ich leider, da bin ich in Göttingen.“ Und auch die Wochenenden stehen ganz im Zeichen des Handballs, ein Punktspiel jagt das nächste, ein bis zwei Partien sind es immer. „Drei waren es noch nicht, aber das wird wohl auch noch kommen.“ Auch das wäre kein Problem, „ich spiele einfach gern“.

Dabei hat der Einsatz im Jugendteam stets Vorrang. Damit es keine Überschneidungen gibt, sprechen sich die Trainer Udo Falkenroth, Bodo Kostka (zweite Damen) und Dominik Poley (A-Jugend) Woche für Woche ab. Weil die erste und zweite Damenmannschaft jeweils eine Torfrau hat, kommt es selten zu Engpässen.

Vor anderthalb Jahren sah es nicht danach aus, dass Meike je wieder würde Handball spielen können. „Ich habe mir im Sportunterricht mein Knie komplett zertrümmert.“ Die Ärtze machten ihr wenig Hoffnung auf eine sportliche Rückkehr, doch durch unbändigen Ehrgeiz und tägliches Krafttraining kämpfte sie sich wieder heran. „Ich ziehe den Hut vor so viel Willen“, sagt Dominik Poley.

Die schwere Verletzung ist wohl der Grund dafür, dass sich die 18-Jährige relativ wenig zwischen den Pfosten bewegt. „Ich glaube, dass ich mich früher mehr bewegt habe“, schmunzelt sie. Wie kommt es dann zu den überzeugenden Leistungen? „Ich stehe ruhig und beobachte. Und mache viel intuitiv.“

Der Erfolg gibt ihr Recht. Maren Körber (30), Kreisläuferin der ersten Mannschaft: „Sie ist ein guter Rückhalt. Wir können uns auf sie verlassen.“ Mehr des Lobes geht kaum.

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