MTV-Handball droht der Zerfall

8 January 2014

MTV-Handball droht der Zerfall

Vorsfelde Vorsfelder Aktive denken wegen des Haftmittelverbots über einen Vereinsaustritt nach.

Von Nico Mohrmann

Der MTV Vorsfelde (blaue Trikots) stellt derzeit die erfolgreichste Handballsparte in Wolfsburg. Doch viele Aktive der ersten und zweiten Mannschaft...
Der MTV Vorsfelde (blaue Trikots) stellt derzeit die erfolgreichste Handballsparte in Wolfsburg. Doch viele Aktive der ersten und zweiten Mannschaft...
Foto: Mottl/rs24

Die Patte-Diskusion rund um die Handballer des MTV Vorsfelde – sie ist noch längst nicht beendet. Im Gegenteil. Wie die WN erfuhren, könnte sie sogar schwerwiegende Folgen haben. Sollte das Verbot von Haftmitteln in der Halle Im Eichholz aufrechterhalten bleiben, droht die komplette Handballsparte am Saisonende auseinanderzufallen.

Hintergrund: Ende 2013 wurde die bis dahin geduldete Nutzung von Haftmitteln, der sogenannten Patte, in der Vorsfelder Halle untersagt. In den Wolfsburger Hallen, die städtisch betrieben werden, ist Haftmittel zwar überall verboten, aber grundsätzlich geduldet. In Vorsfelde ist das nun anders. Dort gibt es ein strenges Verbot.

Das hat mehrere Folgen: Der Spielbetrieb ist für den Rest der Saison zwar gesichert. Die erste Männer-Mannschaft, die in der 3. Liga spielt, weicht in die Halle der BBS I (Tischlerstraße) aus, weil in dieser Klasse Haftmittel erlaubt sein muss. Die Frauen sowie die zweite Männermannschaft bleiben im Eichholz, spielen dort den Rest der Saison ohne Patte. Der Trainingsbetrieb aller Mannschaft findet weiter im Eichholz statt– komplett ohne Haftmittel.

Nach WN-Informationen führte das auf der kürzlich abgehaltenen Mitglieder-Versammlung zu großem Unmut. Und es kann schwerwiegende Folgen haben. Denn unter diesen Bedingungen ist es nicht ausgeschlossen, dass sich ein Großteil der Handballer dazu entscheidet, den Verein nach der Saison zu verlassen, was zum kompletten Zerfall des Handballs in Vorsfelde führen könnte.

Mike Knobbe, Trainer der Drittliga-Männer, macht gar keinen Hehl daraus, dass es so weit kommen könnte, wenn das Patte-Verbot nicht gelockert werde. „Wenn alles so bleibt, glaube ich nicht, dass wir in der nächsten Saison eine spielfähige Mannschaft aufstellen können“, sagt Knobbe. Neue Spieler anzusprechen, sei schwierig. Auch die Spieler des aktuellen Kaders werden schwer zu überzeugen sein. „Es sieht nicht gut aus“, betont Knobbe.

Ähnlich ist die Stimmung bei der zweiten Mannschaft. Auch dort, so erfuhren wir, spielt der Großteil der Mannschaft mit dem Gedanken, den Verein zu verlassen, wenn es für die Handballer keine zufriedenstellende Lösung gibt. Vor allem herrscht bei den MTV-Aktiven Unverständnis darüber, dass die Sanktionen ausgerechnet in der Halle Im Eichholz so streng ausfallen.

Aufgegeben haben die MTV-Verantwortlichen aber noch nicht. Sie haben schon mehrfach das Gespräch mit der Stadt gesucht und werden das auch weiter tun. Einige Handballer wollen nun auch selbst die Initiative ergreifen, damit die derzeit erfolgreichste Handballsparte Wolfsburgs nach jahrzehntelanger harter Arbeit am Saisonende nicht vor einem Trümmerhaufen steht.

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