Sieben Männer entscheiden über den MTV

5 June 2015

Sieben Männer entscheiden über den MTV

Handball Vorsfelde muss um die Oberliga zittern.

 

Von Christian Buchler

 

Vorsfelde. Das Zittern des MTV  Vorsfelde geht bis zum 24.  Juni weiter. Dann erst fällt das Präsidium des Handball-Verbandes Niedersachsen (HVN) die Entscheidung, ob der aktuelle Oberliga-Vizemeister trotz seiner Meldepanne auch 2015/16 in der Oberliga spielen darf oder ein Jahr Zwangspause einlegen muss.

Sieben Männer entscheiden in zwölf Tagen über die kurzfristige Zukunft Vorsfeldes. Präsident Wolfgang Ulrich, Geschäftsführer Gerald Glöde sowie die Vizepräsidenten Wolfgang Gremmel (Finanzen), Stefan Hüdepohl (Recht), Andreas Espelage (Bildung und Entwicklung), Olaf Denecke (Jugend) und Helmuth Wöbke (Spieltechnik) stimmen per Handheben über den MTV-Antrag ab, als 17.  Mannschaft in die Oberliga aufgenommen zu werden. "Die einfache Mehrheit entscheidet", berichtet Wöbke.

Der ist als Spielausschuss-Vorsitzender mit dem Fall vertraut und erklärt, was beim MTV bislang zum Teil missverstanden worden war. Bis zum 30.  Mai, dem Tag des letzten Saisonspiels, hätte Vorsfelde für die Oberliga melden und die Drittliga-Teilnahme absagen können, ja müssen. Als Oberliga-Vizemeister hatte sich der MTV nach dem Verzicht von Meister Nienburg als Nachrücker das Aufstiegsrecht gesichert für die 3. Liga, für die der Klub bereits im April eine Meldung abgegeben hatte.

Doch die Verantwortlichen des MTV um Vorsitzenden Werner Reimer ließen die Frist - möglicherweise aus Unkenntnis - verstreichen. Somit war am Wochenanfang nur noch ein Drittliga-Start möglich. Nach zu dem Zeitpunkt aber erst geführten Gesprächen mit möglichen Sponsoren wurde Reimer und Co. klar, dass ein Aufstieg finanziell nicht zu stemmen ist. In einer Pressemitteilung verkündete der Klubchef am Dienstag den Verzicht.

Und offenbar schickten die Vorsfelder auch zeitgleich eine Nachricht an den für die 3.  Liga zuständigen Deutschen Handball-Bund (DHB) raus. Der wiederum informierte den ersten Nachrücker Fürstenfeldbruck und veröffentlichte am Mittwoch die neue Staffeleinteilung - ohne Vorsfelde.

Seitdem stehen die MTVer ohne Liga-Zugehörigkeit für 2015/16 da. Ihre Verantwortlichen sprachen am Mittwoch abweichend von einer Rückkehr in 2016/17 in der Oberliga beziehungsweise Verbandsliga. Spielausschuss-Vorsitzender Wöbke klärt auf: "Sollte der MTV nächste Saison nicht spielen dürfen, würde er als erster Absteiger aus der 3.  Liga betrachtet und dürfte 2016/17 wieder in der Oberliga antreten."

Im Vorfeld der HVN-Präsidiumssitzung am 24. Juni berät bereits der HVN-Spielausschuss am 12. und 13.  Juni während seiner Sitzungen, wie mit der Vorsfelder Meldepanne umgegangen werden solle. "Wir geben dann eine Empfehlung dazu an das Präsidium. Das muss sich aber nicht nach der Empfehlung richten, sondern trifft selbst die Entscheidung", berichtet Wöbke. Das Zittern geht vorerst weiter beim Wolfsburger Handball-Flaggschiff.

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