Streit um Sportförderung – Arbeitskreis soll zum OB

16 May 2014

 

Wolfsburg Die wohlgewählten Worte konnten nicht darüber hinwegtäuschen: Der Streit um die städtische Sportförderung tobte sich in der Ratssitzung aus.

Von Stephanie Knostmann

Weltmeister Dinipri Etebu zeigt Jugendlichen beim MTV Vorsfelde Hip-Hop-Schritte.
Weltmeister Dinipri Etebu zeigt Jugendlichen beim MTV Vorsfelde Hip-Hop-Schritte.
Foto: regios24/Anja Weber
 

Günter Lach (CDU) richtete zu Beginn der Sitzung am Mittwochabend eine Anfrage an Klaus Mohrs. Er wollte wissen, wie die kürzlich vom Oberbürgermeister angeprangerte Ungleichbehandlung der Vereine aussieht, seit wann sie bekannt sei und ob der Sportdezernent eine Bevorzugung geduldet hätte. Mohrs hatte beim Stadtsporttag gesagt, es sehe so aus, als seien Vereine, die jemanden in der Sportverwaltung kannten, „sehr gut gefördert“ worden.

 

In der Ratssitzung sagte der Oberbürgermeister, er hätte das bewusst spitz formuliert. Zu Lachs Fragen führte er aus, dass die geltende Förderrichtlinie strukturelle Schwächen habe. Die Regelungen müssten „aufgrund der praktischen Anwendungserfahrung“ und der erheblichen Handlungsspielräume überarbeitet werden. „In der Gesamtschau kann die Summe aller Einzelfälle den Eindruck einer Ungleichbehandlung erwecken“, so Mohrs. Er berief sich darauf, dass auch einige Vereine die Verteilung der Fördermittel nicht nachvollziehbar fänden und für eine neue Richtlinie seien.

An der sitzt seit Herbst ein Arbeitskreis aus Verwaltungs- und Vereinsvertretern sowie Ratsmitgliedern. Werner Reimer, „für die CDU im Arbeitskreis“, zugleich aber auch Vorsitzender des MTV Vorsfelde, bat Mohrs in der Ratssitzung um ein 30-minütiges Treffen, da er anderer Auffassung sei als der Oberbürgermeister. Mohrs lehnte ein Vier-Augen-Gespräch ab: Er werde den gesamten Arbeitskreis einladen.

Es klang, als wolle er bei diesem Termin Tacheles reden. Aus dem Arbeitskreis war in den vergangenen Wochen zu vernehmen, dass sich die Geister an neuen Förderhöchstgrenzen und Fördervoraussetzungen wie Führungszeugnissen scheiden (WN berichteten). Mohrs sagte, er wolle erfahren, woran eine Lösung scheitert: „Ich dränge auf eine Lösung noch in diesem Jahr.“

 

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