Verkaufsstart der MTV-Festschrift am 29.02.2012

28 February 2012

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Preis: 14,99 €
Erhältlich bei Sopper in Vorsfelde und im MTV-Center Vorsfelde.

Als der Vorsfelder Historiker Dietrich Köther vor fast sechs Jahren die Aufgabe übernahm, den geschichtlichen Teil der MTV-Chronik zu recherchieren und zu erfassen, konnte er nur ahnen, was für ein Berg an Arbeit da auf ihn zukam: „Ich habe den Ansatz der Geschichtsforschung gewählt“, fasst Köther, der auch mehrere Jahre im Vorstand des Vereins aktiv war, zusammen. Das bedeutete: ähnliches Vorgehen wie bei seiner Magisterarbeit. Schriftquellen mussten studiert werden, Belege aus bestehender Literatur waren heranzuziehen, viele Gespräche mit Zeitzeugen wurden geführt. Dank der peinlich genauen Ordnung im MTV-Archiv war es zumindest kein Problem, die Quellen zu finden. Akkurat hatten die Turner von einst seit der ersten Stunde Protokoll geführt.

 

Prunkstück der Sammlung: das Gründungsprotokoll von 1862, in dem unter anderem festgelegt wurde, dass nur „ehrbare Männer“ Zugang zum MTV finden sollten. In großen Protokollbüchern wurden die Ergebnisse der – recht häufigen – Versammlungen festgehalten. Vor Köthers Augen entstand ein lückenloses Bild der Vereinsgeschichte: Feiern, sportliche Erfolge, Teilnahmen an den großen Turnfesten, Wahlen – alles war akribisch aufgeführt: „Man muss nur die Schrift lesen können.“ Aus heutiger Sicht ist die verschnörkelte Handschrift nur mit großen Mühen zu entziffern. Köther betrachtete indes nicht nur die Vereinsgeschichte, er brachte sie auch in einen geschichtlichen Zusammenhang mit den jeweiligen Epochen: Der Erste Weltkrieg brachte erst Hurra-Geschrei, dann Elend nach Vorsfelde. Ab 1944 dann fielen die Protokolle bis zur Neugründung des Vereins im Jahr 1946 weg. Die Menschen hatten ganz andere Sorgen. Köther führte lange Gespräche mit Zeitzeugen und setzte seine Arbeit fort bis zum Berichtsjahr 1995. 2010 nahmen Werner Reimer, Vorsitzender des MTV, und Geschäftsführer Lutz Hilsberg Kontakt zu Michael Michalzik auf, dessen Agentur die Chronik in die druckfertige Form bringen sollte.

 

Phase 2 begann: Eine Fülle historischer Fotos wurde gesichtet, eingescannt und katalogisiert, um die Grundlage für die Bebilderung des Buches zu schaffen. Denn, so Michalzik: „Wir wollten keine Bleiwüsten auf den Seiten haben, die Chronik sollte bildreich und lebendig sein.“ Layout-Vorschläge wurden gemacht und mit dem Vereinsvorstand abgestimmt. Dann wurde das Material gesammelt: Dietrich Köthers historische Kapitel, der zusätzliche Abschnitt über die Zeit von 1995 bis 2012, weitere Berichte, Bilder und Diagramme wurden sortiert und in Reihenfolge gebracht. Grußworte und ein umfangreicher Anhang kamen hinzu. Seite um Seite wuchs die Chronik. Im Endspurt wurde es noch einmal richtig hektisch: Nach Vorlage eines fast fertigen Entwurfs begann ein harter Kern von MTV-Mitgliedern, darunter natürlich der Vereinsrat, mit dem Lesen auf inhaltliche Richtigkeit. Zeitgleich sah ein externes Lektorat nach Fehlern. Insgesamt mehr als 400 Anmerkungen wurden zusammengetragen, manch geschichtliches Detail gab Anlass zu leidenschaftlicher Debatte.

 

Stress in der Schlussredaktion: Während der Voigt-Druck in Gifhorn schon auf die Druckvorlagen wartete, um loslegen zu können, saß das Chronikteam über den allerletzten Änderungen. Oftmals nur Kleinigkeiten, aber alles sollte schließlich seine Richtigkeit haben. Eine Chronik zum 150-jährigen Vereinsbestehen gibt es schließlich nur einmal. „Es ist immer wie ein Abschied“, fasst Michalzik seine Empfindungen zusammen, als er die Taste drückte, mit der das dicke Datenpaket auf Reise zur Druckerei ging: „Man ist anderthalb Jahre intensiv mit so einem Projekt befasst, das gehört irgendwann fast zur Familie.“ Die Experten vom Voigt Druck fackelten nicht lange und schickten nur wenige Tage später einen Eilboten nach Vorsfelde, der einen Probedruck überreichte. Letzte Durchsicht im MTV-Center: „Passt!“ Lutz Hilsberg erteilte die Druckfreigabe. Die Drucker und Buchbinder machten sich ans Werk – und kurz vor dem angekündigten Verkaufsstart am 29. Februar kamen auf zwei Europaletten die heiß ersehnten 2100 Bücher im Center an. Ein großer Tag am Ende einer großen Aufgabe.

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